Stadtleben

9. Hafen-Dialog als Spaziergang durch die Speicherstraße

Rund 80 Teilnehmende belegen großes Interesse an der Entwicklung

Nach vielen Monaten der Corona-bedingten Digital-Formate fand der 9. Bürger*innen-Dialog zur Entwicklung des Areals an der Speicherstraße im Dortmunder Hafen am Freitag, 19. November, endlich wieder einmal in Präsenz statt – als Spaziergang unter freiem Himmel. Und die Resonanz war enorm. Rund 80 Teilnehmende – trotz Nieselregens, November-Temperaturen und 2G-Kontrolle – belegten eindrucksvoll das große Interesse der Dortmunderinnen und Dortmunder an dem, was an der südlichen und nördlichen Speicherstraße inzwischen deutlich sichtbar passiert. Städtebaulich ist die Entwicklung zum „Quartier für alle“ zweifellos eines der spannendsten Projekte, die in Nordrhein-Westfalen zurzeit laufen.

Vom Treffpunkt an der Hafenverwaltung aus gingen die Teilnehmenden zunächst durch den Bauzaun auf das frühere Knauf Interfer-Gelände. Von den riesigen Stahl-Produktionshallen steht inzwischen nur noch das Stahlskelett des Mittelschiffs – und das wird, wie im Siegerentwurf des dänischen Büros COBE (Kopenhagen) für die städtebauliche Rahmenplanung vorgesehen, als zentrales Element eines attraktiven Marktplatzes mit vielen Freiflächen integriert. Ludger Schürholz, Geschäftsführer der DSW21- und Hafen-Tochter d-Port21, in deren Händen die Entwicklung der nördlichen Speicherstraße liegt, informierte die Teilnehmenden über den Stand der Dinge. Bis Ende dieses Jahres werden die Abbrucharbeiten komplett abgeschlossen sein; 2022 steht dann der Bebauungsplan im Fokus.

Im Übergang zur südlichen Speicherstraße übernahm dann Oberbürgermeister Thomas Westphal die Spaziergangsleitung. Dort entsteht ein innovatives Digitalquartier mit Plätzen zum Verweilen, einer Promenade am Hafenbecken entlang, Kultur- und Gastronomieangeboten und hoher Aufenthaltsqualität. Ein Bereich, der, das machte Dortmunds OB noch einmal deutlich, frei von motorisiertem Individualverkehr gehalten wird. Radfahrer und Fußgänger sollen hier künftig das Bild prägen. Westphal bekräftigte auch noch einmal die Idee, eine H-Bahn-Verbindung von Dorstfeld aus über das noch zu entwickelnde Smart-Rhino-Areal (ehemals Hoesch Spundwand) bis in den Hafen hinein zu bauen.

Mit kurzen Zwischenstopps für Erläuterungen und Fragen schlenderten die Teilnehmenden vorbei am Rohbau der Akademie für Theater und Digitalität und am „Heimathafen“-Projekt. Letzte Station des eineinhalbstündigen Dialoges war der „Leuchtturm“ an der Kreuzung Speicherstraße / Mallinckrodtstraße – gleich gegenüber des Alten Hafenamtes. Wobei „Turm“ ein großes Wort für das „nur“ fünfgeschossige Gebäude ist. Seine Strahlkraft wird es eher im übertragenen Sinne entfalten, weil mit dem Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ein Mieter aus der Champions League der Forschung einziehen wird, der obendrein inhaltlich exakt zum Charakter der neuen Hafenquartiers passt.